262.000 neue Arbeitsplätze!
J. Christoph Amberger in Baltimore in Traders Daily
vom 07. März 2005 12:00 Uhr
ENL5454
*** Die Zahlen sind da: Die blühende amerikanische Wirtschaft hat im letzten Monat beeindruckende 262.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Das ist der größte Zuwachs seit 4 Monaten, und das übertrifft sowohl die "Markterwartungen" als auch die "Analystenprognosen", die mit einem Februar-Zuwachs von 220.000 gerechnet hatten.
Natürlich fragte niemand, ob das ehrliche Erwartungen oder Wunschdenken war ... sonst würde man herausfinden, dass einige dieser Analysten einen Zuwachs von 400.000 prognostiziert hatten, basierend auf Indikatoren des Dienstleistungssektors.
Wenn ein Sechsjähriger enttäuscht ist, weil er das Pony, das er sich gewünscht hat, nicht zu Weihnachten erhalten hat, dann ist das Ergebnis dieses Wunschdenkens hoffentlich eine realistischere Perspektive für das nächste Mal. Trader allerdings übersetzen ihre Enttäuschung in spekulative Verkäufe.
Diese Trader haben letzte Woche nicht aufgepasst, als Deutschland, der wirtschaftliche Motor der EU, eine Arbeitslosenquote von 12,6 % vermeldete (natürlich sind die Tausendschaften von "Umschulenden" darin nicht erfasst!). Der Euro verlor nach dieser Meldung weniger als ein halbes Prozent. Katastrophale Sache, diese: Konsequent sackte der Euro um sage und schreibe 0,4 % gegen den Dollar! Nullkommavier Prozent!
Aber als die USA den besten Arbeitsmarktbericht seit 4 Monaten vermeldeten, da fiel der Dollar um 1 % gegenüber dem Euro ... nach Medienkommentaren "weil der Zuwachs zwar deutlich über den Erwartungen lag, aber keinen sensationellen Zuwachs darstellte"! Dann folgt wie immer die Schallplatte mit dem US-Haushaltsdefizit ... ohne dabei jedoch darauf zu verweisen, dass die Neuverschuldung der USA zwar numerisch auf einem Rekordhoch steht, als Prozentsatz vom (kräftig wachsenden) BIP jedoch weit unter der von Japan, China, Deutschland, Italien und Frankreich liegt.
Dann verweist man darauf, dass diese Neuverschuldung die langfristigen US Pensions- und Pflegeobligationen nicht mit einschließt. (Allerdings tun das europäische und asiatische Statistiken auch nicht.)
*** Die Währungen sehen allerdings nur so aus, als ob sie sich wegen kurzfristiger Bedenken bewegen würden. In der Realität geht es am Devisenmarkt wie an allen Märkten zu, und die Währungen bewegen sich in großen Wellen.
Bis auf Harry S. Dent sagt allerdings auch niemand, dass sich die Elliott-Wave-Kurven des Dollars jetzt einem weiteren und vorläufig endgültigen Tiefpunkt nähern, der sich zwischen US$1,38 und US$1,40 pro Euro ansetzten lässt und den Startblock für eine fünfjährige Trendwende bildet.
Und falls es Ihnen nicht aufgefallen ist: Am Freitag stieg der DOW über 10,900 ... und scheint damit im späten März bis frühen April auf ein neues Ziel von 11,300 zuzusteuern. Dazwischen liegt allerdings ein nochmaliges Austesten des Widerstandsniveaus bei um die 10.350, plus-minus 20 Zähler.
If that's the Bear Market, bring on the Depression!