2012: Neue Bedingungen für Energieversorger – E.ON zieht Konsequenzen
Cindy Bach in Insider Daily
vom 26. Januar 2012, 14:30 Uhr
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Das Katastrophenjahr 2011 bescherte den deutschen Energieversorgern völlig neue Rahmenbedingungen. In der Bundesrepublik wurde der Atomausstieg beschlossene Sache. Die Meilerbetreiber müssen Ersatz für ihre einst sichere und ersprießliche Einnahmequelle suchen. Das gestaltet sich schwierig und es kostet Geld. Also müssen E.ON & Co. mächtig sparen. Und wo wird zuerst gespart, zumeist beim Personal: Gestern meldete der größte Versorger weltweit 11.000 Stellen streichen zu wollen, davon mehr als die Hälfte allein in Deutschland. Eine entsprechende Einigung mit den Gewerkschaften wurde bereits erzielt. E.ON will sich dadurch mehr Spielraum für dringend notwendige Investitionsmaßnahmen in die Zukunft verschaffen.
Ein Anfang ist gemacht: Der Energiebedarf wächst vor allem in den Schwellenländern stark. E.ON folgt diesem Trend. So ging der Düsseldorfer Konzern kürzlich eine strategische Partnerschaft mit MPX Energia in Brasilien und Chile ein.
Die Gewerkschaft Verdi, die dem Stellenabbau nach ausführlich Gesprächen zustimmte, sieht in dem straffen Umbau des Energiekonzerns Chancen. Verdi-Bundesvorstand Erhard Ott sagte am Mittwoch auf WDR2, es könnten neue Beschäftigungsfelder geschaffen werden, sofern sich das Unternehmen in Zukunft zum Beispiel stärker auf erneuerbare Energien oder die dezentrale Erzeugung von Strom konzentriere. Der Konzernumbau sei "dynamisch". Deshalb könne man gegenwärtig keine konkrete Zahl nennen, wie viele Arbeitsplätze bis Ende 2016 tatsächlich wegfallen.