2 Wochen in Ghana
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 03. Dezember 2003 18:00 Uhr
ENL5454
Mein Sohn Jules, 15, kam gestern von einer Klassenfahrt zurück – aus Ghana. Und er war sehr dünn geworden. Er hatte 2 Wochen in einer Schule mit 200 Schülern aus Ghana verbracht.
"Jeder in Ghana war sehr nett. Wir sollen eigentlich Französisch unterrichten, aber wir konnten deren Englisch kaum verstehen."
"Wir wurden alle krank", so Jules weiter. "Ich meine alle Kinder in meiner Gruppe. Die Ruhr ... oder nur Diarrhöe. Jeden Tag gab es in der Cafeteria das Gleiche zu Essen ... irgendeinen Reis mit Hühnchenfleisch darin. Nach ein paar Tagen konnten wir das nicht mehr sehen. Aber es gab keine Alternativen. Wow ... als wir dann auf dem Rückflug in Amsterdam landeten! Alle stürmten am Flughafen in den nächsten McDonald's. McDonald's hat niemals so gut geschmeckt."
"Wie war es denn sonst in Ghana ... was hast Du gelernt ... was ist dabei herumgekommen?" Sein Vater wollte wissen, was sein Investment von gut 1.000 Euro für einen Ertrag gebracht hatte.
"Nun, es war heiß. Normalerweise gibt es da keine Klimaanlagen. Aber wir haben uns an die Hitze gewöhnt. Und wir hatten einen Pool. Gott sei Dank. Und auch eine Sporthalle ..."
"Die Schule da ist nicht schlecht. Aber sehr simple. Und viele Schüler dort sind SOS – so nennen sie dort jemanden, der überhaupt kein Geld ist oder sonst in irgendeiner Gefahr ist ... ich weiß es nicht wirklich genau. Zu uns scheinen sie alle nett zu sein. Und man brauchte eine Zeitlang, bis man verstand, was sie sagten, deshalb habe ich nicht allzu viel herausgefunden. Sie sprachen Englisch, aber das war nicht so wie das amerikanische oder britische Englisch ... sie hatten ihre eigenen Worte für bestimmte Dinge."
"Die Landschaft ist schön. Wir waren ein paar Tage an einem Fluss mit Krokodilen drin. Und wir besuchten den Regenwald und sind mit einem Baldachin spazieren gegangen ... und wir sind über Brücken gegangen, die so aussahen, als ob sie jeden Moment zusammenbrechen könnten".
"Was ich gelernt habe ... nun, man sollte immer einen großen Vorrat an Süßigkeiten und Junk Food mitnehmen, wenn man in solche Orte fährt ..."
"Nimm Dir noch ein Stück Apfelkuchen", schlug seine Schwester vor, "Du siehst wie ein Geist aus. Mama wird schockiert sein, wenn sie Dich sieht."