2 Rückschlüsse aus dem Öl-Crash
Daniel Wilhelmi in Profit Radar
vom 2. September 2008, 19:00 Uhr
ENL5454
So schnell kann es gehen. Gestern klagte ich noch über richtungslose Börsen, denen es an gewichtigen Impulsen fehlt. Und prompt sagt die Börse „Sie wollen Impulse, Herr Wilhelmi? Ich gebe Ihnen Impulse..." und der Ölpreis brach heute in einem Intraday-Crash um teilweise über -4% ein.
Das nenne ich mal einen „Börsen-Impuls". Die Aktienmärkte sprangen dementsprechend auch in die Höhe und der Euro gab nach. Als Erklärung wird die Abschwächung von Hurrikan Gustav genannt. Das ist natürlich Unsinn. Ich frage mich immer: Wer glaubt so was eigentlich noch?
Hurrikane Gustav, der sich inzwischen vom „apokalyptischen Tropen-Hurrikane" zu einem „Herbstlüftchen" abgeschwächt hat, ist der Auslöser, aber nicht der Grund. Der Grund für den Intraday-Crash ist das spekulative Geld, welches sich im Rohstoff-Sektor befindet. Primär aus Hedge Fonds, die den engen Rohstoffmarkt überlaufen haben.
Das sieht man ganz leicht daran, dass die Börsen im Vorfeld nicht panisch auf den Hurrikan reagiert haben. Und die Öl- sowie Gaspreise zogen zwar an, aber es gab keine wirklich dramatischen Sprünge, die außerhalb der normalen Tagesschwankungen lagen. Und zu diesem Zeitpunkt zitterten die Amerikaner noch vor Gustav.
Nein, der wahre Grund ist das spekulative Kapital, was sich im Rohstoff-Sektor angesammelt hat. Das zeigt uns der Kursrutsch bei Öl. Es wurden neue Tiefs markiert und sofort kam das kurzfristig orientierte Trading-Kapital aus den Öl-Futures heraus und drückte den Ölpreis noch weiter nach unten.