1. Juli 1916: Beginn der Schlacht an der Somme
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 02. Juli 2003 18:00 Uhr
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*** Während die Kleinanleger noch Aktien kaufen, kehrt das intelligente Geld dem Aktienmarkt weiterhin den Rücken zu. Sind die Märkte nicht wunderbar, liebe(r) Leser(in)? So eine elegante Art, die Idioten von ihrem Geld zu trennen! So schön undemokratisch! Im Mai verkauften Unternehmensinsider Aktien für 3,36 Mrd. Dollar (Quelle: Houston Chronicle). In der ersten Junihälfte verkauften sie für weitere 1,3 Mrd. Dollar – oder ungefähr das 10fache von dem, was sie kauften.
*** In der Zeitung habe ich einen Artikel über den Internet Tycoon Jay Walker gelesen, der vorgeschlagen hat, eine "Heimwehr" von Leuten zu schaffen, die ihre Zeit damit verbringen sollen, Brücken übers Internet und Online-Kameras zu beobachten, um sie vor terroristischen Anschlägen schützen zu können! Guter Vorschlag. Ja. Ich möchte mich dafür anmelden, die Ornamentbrücke im Parc Monceau in Paris zu beobachten. Und bitte achten Sie darauf, dass die Kamera auch die Oben-Ohne-Sonnenbadenden im Gras im Blickfeld hat – denn die sehen gefährlich aus.
*** "Ich habe den Krieg gegen den Irak unterstützt", sagte ein Amerikaner in London (wo ich gerade bin) zu mir, nachdem er ein paar Wochen lang die britische Presse gelesen hatte. "Aber es sieht so aus, als ob alles nur Lügen waren. Keine Massenvernichtungswaffen. Keine Verbindung zum Terrorismus. Die Iraker waren für niemanden eine Gefahr – außer für sich selbst."
Und in der Times vom Montag beschreibt General Wesley Clark, das Vorhaben, den Irak in eine Demokratie zu verwandeln, als einen "grandiosen Traum".
*** Gestern war der Jahrestag der Schlacht an der Somme, die am 1. Juli 1916 begann. An diesem Tag bei Sonnenaufgang sprangen 750.000 alliierte Soldaten aus ihren Schützengräben und stürmten gegen die feindlichen Linien. Das war der katastrophalste Tag in der Geschichte der britischen Armee. In den nächsten Tagen starben 400.000 Soldaten!
Für was? Für die gefallenen Helden wurden Denkmäler errichtet, aber was war der Punkt? Ach, wenn die Toten nur sprechen könnten! Der amerikanische Präsident Wilson trat in den Krieg ein, um "die Welt für die Demokratie sicher zu machen." Natürlich hätte er mit diesem Wunsch genauso gut auf der Seite der Deutschen in den Krieg eintreten können. Denn sowohl Deutschland als auch England hatten zu diesem Zeitpunkt konstitutionelle Monarchen – die beide übrigens Cousins waren. Keins dieser beiden Länder war ein besonders leuchtendes Beispiel für eine Demokratie. Und nebenbei – warum sollte überhaupt jemand damals eine Demokratie haben wollen? Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Deutschen zu einer Demokratie gedrängt – und sie wählten Adolf Hitler!
Die amerikanischen Neo-Konservativen geben vor, von den antiken griechischen Denkern inspiriert zu sein; sie wollen die Wilsonsche Demokratie der gesamten Welt bringen. Aber in der Antike gab es diese Form der Demokratie nicht. Und dennoch machen diese Neo-Konservativen damit weiter, ihre Form der Demokratie der Welt bringen zu wollen. Wie Gangster, die ihren Schutz anbieten: Man kann ihn nehmen, oder sie brennen einem das Haus nieder.