07.09.09 (Goldpreis)
Alexander Hahn in Investoren Wissen zum Thema Goldpreisentwicklung
vom 7. September 2009, 16:00 Uhr
ENL5454
wie Sie wissen dürften, bin ich ein Skeptiker, was den m.E. verfrühten, neu aufgeflammten Optimismus hinsichtlich "Gold bald deutlich über $1,000" angeht. Dies liegt natürlich nicht darin begründet, dass ich etwa insgesamt bärisch auf Gold wäre, sondern viel mehr an den Interventionen, die immer wieder am Gold- und Silbermarkt stattfinden, mit dem Ziel, den Preis für das Edelmetall zu drücken. Ich denke, es ist sehr schwer abzuschätzen, wie lange und in wie weit diese noch erfolgreich sein werden (heute dürfte es zumindest feiertagsbedingt in den USA ruhiger zugehen).
Natürlich gibt es auch eine Reihe von Marktkommentatoren, welche nach wie vor behaupten, Goldpreisdrückung sei eine "Verschwörungstheorie", doch ich kann in diesem Zusammenhang nur u.a. auf die Homepage von GATA, einer amerikanischen Non-Profit-Organisation, verweisen. Dies ist nur eine von zahlreichen interessanten Quellen mit interessanten Hintergrundinformationen zu dem Thema. Nach gründlicher Lektüre dort sollten eigentlich kaum noch Fragen offen bleiben.
Wie der Titel schon sagt, geht es in der heutigen Ausgabe von Investoren Wissen um die Märkte zum Wochenbeginn und um Gold. Zunächst hat mein Kollege Claus Vogt (Chefredakteuer "Sicheres Geld") eine kleine Zusammenstellung von fundamentalen Hausse-Gründen für Sie. Im darauffolgenden Artikel finden Sie dann meine montägliche Marktanalyse.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen der heutigen Ausgabe und einen gelungenen Start in die neue Woche.
Beste Grüße
Alexander Hahn
Freiheit geht über Silber und Gold
altväterliches Sprichwort
Es gibt zahlreiche Argumente, die für den Beginn eines mittelfristigen Hausseschubs im Edelmetallsektor sprechen.
Erstens halte ich die Tatsache für bemerkenswert, dass der heftige Kursanstieg der vergangenen Handelstage nicht von ihn möglicherweise erklärenden Nachrichten begleitet wurde. Entsprechend ratlos zeigt sich die Journalistenzunft, deren Aufgabe ja bekanntlich darin besteht, zu jeder Kursbewegung eine passende Meldung zu präsentieren. Technische Signale gelten als besonders verlässlich, wenn sie nicht auf eine Meldung zurückgeführt werden können.
Zweitens zeigen die Sentimentindikatoren einen sehr geringen Goldoptimismus. 18 Monate Korrekturbewegung gehen an den meisten Marktteilnehmern nicht spurlos vorüber.
Drittens befinden sich die Momentumindikatoren in der neutralen Zone, obwohl der Goldpreis nur wenige Prozent unterhalb seines Allzeithochs notiert. Damit lassen diese Indikatoren reichlich Platz für eine ausgeprägte Rally.
Fünftens ist das fundamentale Bild natürlich extrem bullish. Weltweit haben die Regierungen Schuldenorgien begonnen, die Gelddruckmaschinen laufen heiß. Die Goldnachfrage nimmt aufgrund des weltweiten Bevölkerungswachstums und dem zunehmenden Wohlstand vor allem in Asien zu. Aber die Goldproduktion stagniert oder ist sogar leicht rückläufig. Der stark gestiegene Goldpreis der vergangenen Jahre hat also nicht zu einer eigentlich zu erwartenden Ausweitung der Goldproduktion geführt. Und selbst die Zentralbanken, die sich bei deutlich niedrigeren Preisen gar nicht schnell genug von dem ihnen anvertrauten Goldschatz treffen konnten, haben es damit mittlerweile nicht mehr ganz so eilig.
Herzlichst Ihr
Claus Vogt
ANMERKUNG DER REDAKTION:
Claus Vogt ist institutioneller Anleger, Bestseller-Autor und Chefredakteur des Börsendienstes "Sicheres Geld". Herr Vogt hat die Krise frühzeitig vorausgesehen und wiederholt vor ihr gewarnt. Während viele Anleger im letzten Jahr ihr Portfolio stark schrumpfen sahen, empfahl er immer wieder stark profitable Kriseninvestments und zeigte seinen Lesern, wie sie sich effektiv absichern können.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Karl Kleeberg (07.09. 2009 20:38 Uhr):
Claus Vogt ist anscheinend auch einer von denen, die nur bis drei zählen können, sonst käme in seiner Aufzählung auch viertens vor. Oder ist in Ihrem Verlag eine seiner Passagen einer ungeschickten Zensur zum Opfer gefallen?
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