Kurs-Buchwert-Verhältnis
Andreas Wolf in Investors Daily Update
vom 8. April 2009, 10:30 Uhr
Viele Investoren orientieren sich bei der Bewertung von Dividendentiteln stark am Kurs-Buchwert-Verhältnis. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) gibt das Verhältnis des aktuellen Aktienkurses zum Buchwert je Aktientitel wieder. Ein niedriges Kurs-Buchwert-Verhältnis wird häufig als Unterbewertung der Aktie interpretiert und deshalb nicht selten als Kaufargument angeführt.
In jüngster Vergangenheit war aber gerade dieser Mechanismus wegen der hohen Unsicherheit an den Märkten außer Kraft gesetzt. Obwohl viele Aktienkurse schon deutlich unter ihren Buchwerten lagen, kam kein Kaufinteresse auf. Die Weigerung vieler Unternehmensvorstände, angesichts der rasanten Talfahrt der Neuaufträge eine Prognose für das Gesamtjahr abzugeben, tat ihr übriges.
Ausschlaggebend bleibt aber die Entwicklung auf dem US-Markt, denn die Abhängigkeit der deutschen Exportwirtschaft vom Verhalten des US-Verbrauchers ist immer noch relativ hoch. Neben einer Stabilisierung des US-Finanzsystems bleibt als Voraussetzung für eine Wende ein Ende der Talfahrt am US-Immobilienmarkt unabdingbar. Darüber hinaus müssen die darbenden Kreditmärkte erfolgreich wiederbelebt sein und die Stimmung der Investoren nahe einem Tiefpunkt notieren. Letzteres wurde bereits im März erreicht und hat sich seither wieder etwas entspannt. Hier geht's weiter: Zyklische Aktien