Gottes Arbeit?
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 7. Dezember 2009, 12:00 Uhr
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*** Also ich weiß nicht.
Da verkündet der CEO von Goldman Sachs - Lloyd Blankfein -, dass sein Unternehmen „doing God´s work" - Gottes Arbeit verrichte.
Und dann lese ich, dass in den USA zahlreiche Kommunen arge finanzielle Probleme haben, weil sie erhebliche Zahlungen an Goldman Sachs leisten müssen.
Beispiel New Jersey: Da muss die staatliche „Transportation Trust Fund Authority" (TTFA) bis Dezember 2011 jeden Monat eine Million Dollar an Goldman Sachs überweisen.
Warum? Man hatte einen Derivate-Deal mit Goldman Sachs, es ging um eine Schuldenfinanzierung. Bei einer Herabstufung des Kreditratings sollten Zahlungen an Goldman Sachs fällig werden. Machte Sinn, denn Goldman Sachs musste ein Risiko hedgen = absichern.
Das Risiko hatte sich allerdings erledigt, als TTFA die besagten Schulden zurückbezahlt hatte.
Die Rückstufung des Kreditratings, welche erfolgte, war diesbezüglich also „egal". Doch keineswegs egal für Goldman Sachs - das Unternehmen bestand formaljuristisch korrekt auf den für den Fall der Herabstufung anvisierten Zahlungen. Eben 1 Mio. pro Monat.
Es gibt Gegenwind: Senatoren wie Robert Menendez wollen solche durchaus fragwürdigen Zahlungen mit einer 100% Steuer belegen.
Lloyd Blankfein ahnt offensichtlich, dass sich die Stimmung gegen sein Vorgehen richtet. Großzügig verkündete er, 500 Mio. Dollar für „small businesses and charities" (kleine Unternehmen und wohltätige Zwecke) spenden zu wollen.
Zum Vergleich: Dieses Jahr zahlt Goldman Sachs seinen Angestellten 16.700 Millionen Dollar (16,7 Mrd.) an Gehalt und Bonuszahlungen. Die Höhe der Bonuszahlungen könnte in diesem Jahr einen neuen Rekordwert erreichen, bei einigen Investmentbanken.
500 Mio. Dollar wären rund 3% der Gehalts- und Bonuszahlungen von Goldman Sachs.
Gottes Arbeit?
Also ich weiß nicht.
Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche!
Ihr
Michael Vaupel
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Hartmut Fischer (07.12. 2009 13:19 Uhr):
Lloyd Blankfein hat doch Recht, er hat ja nicht den Namen des Gottes genannt, und wir Verblendeten ordnen es so etwas wie dem Christengott zu. Dabei ist der Name des Gottes der Wallstreet und Amerikas überhaupt doch ganz klar: Plutus, der Geldgott. Alles andere ist nur (Selbst)Täuschung.
Antworten - Kommentar von Karl Gill (07.12. 2009 14:05 Uhr):
Wir ja in einer "Demokratie", d.h. man darf die Wahrheit nicht sagen. Herr Blankfein gehört zu einer Gruppe von Menschen, die andere Menschen aussaugen und versklaven. Es gab da mal ein Buch, das leider heute verboten ist, dort steht alles drin.....
Antworten - Kommentar von Rudi Wollmann (07.12. 2009 16:06 Uhr):
Was will Herr Vaupel denn? Das ist der Turbokapitalismus. Die Einen raffen immer unverschämter, die anderen zahlen! Will er das Volk aufrufen sich zu bewaffnen? Das wäre die einzige Gegenwehr.
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